in frage stellen

Eine meiner Motivationen, in die künstlerische Arbeit zu gehen, war das Infragestellen unserer Gesellschaft.
Schon in meiner Theaterausbildung vor einem Vierteljahrhundert lag mir dies am Herzen.

Ich war bereits damals der eher aufmüpfige Schüler.
Ich habe eine dreijährige Berufsausbildung zum Clown gemacht in einer internationalen Schule in der Schweiz.

Regelmässig mussten wir mit unseren Nummern, die wir bauten, auf die Bühne. Die technischen Themen waren immer anders.

Ich pflegte, immer zwei Nummern zu machen. Eine für das Wohlbefinden der Schule und eine für mein Wohlbefinden.
So baute ich immer eine Lachnummer, die nicht aneckte.
Und eine zweite, in der ich mich inhaltlich austobte.
Für mich hiess das, dass ich Themen aufgriff, die mich beschäftigten und die das mich Umgebende in Frage stellten bzw auf die Schippe nahm.

Ich war schon immer so.
Manchmal habe ich mich in den vergangenen Jahren ein bisschen vergessen. Darüber habe ich ja geschrieben.

Heute bin ich zurück.
Ich in mir.
Ich mit mir.
Ich für meine Werte und mit meiner pieksenden Haltung.
Denn das ist, was mich animiert.

Das ist für mich die Quintessenz des Narren, seine Seele.
Alles genau zu beobachten.
Und dann seinen Schabernack damit treiben.
Das hilft, auch mal anders zu denken.
Und darum geht es doch, oder?
Unsere Denkweise zu weiten.
Über den Tellerrand zu schauen.
Neue Wege zu wagen.

Der erste Schritt dazu ist, auch mal herzhaft über die Welt und vor allem sich selbst zu lachen.

Das ist Teil dessen, woran ich mit Menschen arbeite.

Foto:
Heike Zanini

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