über mich

Wer bin ich…?

Es ist jedesmal ein Albtraum für mich, wenn es darum geht, diese Frage zu beantworten.
Viele Menschen definieren sich an dieser Stelle über ihren Besitz. Über ihren Lebenslauf. Oder noch bürokratischer, über ihre Diplome.

Wer bin ich…?

In erster Linie ein Mensch.
Jugoslawischer Herkunft mit deutschem Pass und halbfranzösischen erwachsenen Söhnen.
Geboren in Deutschland, studiert in der Schweiz, lange gelebt in Frankreich.
Aus dem Theater kommend, Stimme lehrend, Texte schreibend.
Bewandert in Psychologie und Handwerk mit einem unverborgenem Hang zur Malerei.
Wortklauber, Sinnsucher, Intensivlebender.
Emanzipiert und frei genug, um nicht mit Genderkeulen um mich zu schlagen.
Und doch ganz klar Frau. Vielleicht gerade aus diesem Grund.
Nestbauer, Stubenhocker und deshalb jetzt Nomade.
Menschenliebender und Eremit.

Ja, wer bin ich…?

Die Menschen, die mich in meinem Leben bisher berührt und vielleicht sogar geprägt haben, haben mich nie durch ihren Lebenslauf oder ihre Besitztümer beeindruckt.
Im Gegenteil.
Ich durfte Menschen begegnen, die ein erfolgreiches Bühnenleben führten, mich menschlich jedoch nasskalt zurückliessen. Ich habe Menschen getroffen, die mir ihre Palette an beeindruckenden Diplomen präsentierten, und gleichzeitig kein vernünftiges bewegendes Gespräch zustande brachten.
Und Menschen, die  mit leeren Händen durch ihr Leben gingen und aus denen Fülle und Freude strömte.

Wer bin ich…?

Diese Frage stelle ich mir heute nicht mehr.
Vielmehr trage ich einen treibenden Gedanken in mir:

Was möchte ich heute in die Welt tragen?

Begegnung.
Mut.
Menschlichkeit.

Diese drei Punkte hängen in meinen Augen eng zusammen.
Wenn ich den Mut finde, mich und meine Menschlichkeit zum ungefilterten Ausdruck zu bringen, findet unweigerlich Begegnung statt.

Ich habe diese Webseite „im Aufbruch“ genannt, da ich daran glaube, dass Menschen in dem oben beschriebenen Augenblick in ihre Bewegung kommen. Dann, wenn diese drei Bereiche ineinander finden. Oder ineinander finden wollen.

Ich glaube, dass es zur intimen Sehnsucht des Menschen gehört, sich in irgendeiner Form auszudrücken, sich aus seiner Hülse zu drücken und sich dann mit der Welt zu teilen, sich mitzuteilen.

Ich glaube, dass dieser bewegte Mensch eine Gnade ist für die Welt.
Das klingt jetzt sehr gross. Ich weiss.
Das darf es ruhig auch.

Begegnung.
Mut.
Menschlichkeit.

Wenn Menschen, die meine Wege kreuzen, irgendwann sagen „diese Frau hat mich bewegt“, dann will ich gerne die sein, die ich bin.

 

 



 

Eckdaten

  • Name: miRjana petRicevic
  • Jahrgang 1971, geboren in Heilbronn/Deutschland.
  • Abitur 1990.
    Klassische Gesangsausbildung (1991-93) in Stuttgart bei James Thomas (USA, Theater an der Wien).
    Scuola Teatro Dimitri (1993-96) im Tessin/Schweiz, Ausbildung in Bewegungstheater.
  • Ab 1996 in Frankreich lebend.
    Mutter zweier Söhne (1997 und 1999).
  • Ausbildung in Psychophonie und Chant prénatal in Paris (1997-98).
    10 Jahre Begleitung schwangerer Frauen mittels Atem- und Stimmarbeit im Hinblick auf eine bewusst gelebte Geburt mit realer Schmerzlinderung.
  • 15 Jahre Gestaltung kultureller und pädagogischer Projekte in und um Paris, wie z.B. Ausbildung junger Schauspieler und Bühnenschaffender, oder Erarbeitung verschiedener Bühnenwerke in berufsübergreifenden Kooperationen.
    Auftritte mit eigenen Stücken (Lieder, Prosa, Theater).
    Soziales Engagement, beispielsweise durch Theaterarbeit mit Sonderschülern oder schwer erziehbaren Jugendlichen.
    Theater ausserhalb der Bühne als Klinikclown.
  • Umzug nach Südfrankreich (2010).
    3 Jahre Alltagsbegleitung von sprachlosen Menschen in schwerer autistischer Verkapselung und Vertiefung meiner Recherche über Körper und Klang in emotionalen Krisen.
    Lebenshilfe für Alzheimerpatienten im Endstadium.
  • Fernstudium zum psychologischen Berater mit Abschlussarbeit (2015) zum Thema « Stimmarbeit als optimales Werkzeug in der psychologischen Begleitung von Erwachsenen ».
  • Hinwendung zur Bildenden Kunst (2016).
    Mixed Media auf Papier und Leinwand.
  • Ausbildung zum Kunstschreiner mit staatlicher Gesellenprüfung (2017) in Frankreich.
    Ausbau eines Lieferwagens zum Campervan (2017) und seither Nomade im europäischen Raum.
  • Kurse im deutschsprachigen Raum seit 2017. Sowohl mit Privatpersonen als auch in der Zusammenarbeit mit Unternehmen (Collini GmbH, Vorarlberg).
  • Kammerlesungen des Theatermonolog LE CRI – DER SCHREI (geschrieben 2006, ins Deutsche übersetzt 2017).
  • Künstlerresidenz (AIR – artists in residence) der Stadt Salzburg (2019).
  • Ausstellung in der Kulisse Wien (2019).
  • Hinwendung zur Holzbildhauerei (2019).
  • Portraitfotografie (seit 2010).
  • Blogger (seit 2014).

 

 


 

Fotos:
Heike Zanini