vita

Wer bin ich…?

Es ist jedesmal ein Albtraum für mich, wenn es darum geht, diese Frage zu beantworten.
Viele Menschen definieren sich an dieser Stelle über ihren Besitz. Über ihren Lebenslauf. Oder noch bürokratischer, über ihre Diplome.

Wer bin ich…?

Ich werde es mir heute einfach machen und erlaube mir, Sie frech mit der vita meiner alten Webseite zu verlinken (vita – miRjana petRicevic). Die Seite selbst habe ich geschlossen. Beim Voranschreiten im Leben ist es wichtig, das Alte irgendwann beiseite zu stellen. Gewürdigt und geliebt, aber eben doch beiseite.

Wer bin ich…?

In erster Linie ein Mensch.
Jugoslawischer Herkunft mit deutschem Pass und halbfranzösischen erwachsenen Söhnen.
Geboren in Deutschland, studiert in der Schweiz, bis jetzt gelebt in Frankreich.
Aus dem Theater kommend, Stimme lehrend, Texte schreibend.
Bewandert in Psychologie und Handwerk mit einem unverborgenem Hang zur Malerei.
Wortklauber, Sinnsucher, Intensivlebender.
Emanzipiert und frei genug, um nicht mit Genderkeulen um mich zu schlagen.
Und doch ganz klar Frau. Vielleicht gerade aus diesem Grund.
Nestbauer, Stubenhocker und deshalb jetzt Nomade.
Menschenliebender und Eremit.

Ja, wer bin ich…?

Die Menschen, die mich in meinem Leben bisher berührt und vielleicht sogar geprägt haben, haben mich nie durch ihren Lebenslauf oder ihre Besitztümer beeindruckt.
Im Gegenteil.
Ich durfte Menschen begegnen, die ein erfolgreiches Bühnenleben führten, mich menschlich jedoch nasskalt zurückliessen. Ich habe Menschen getroffen, die mir ihre Palette an beeindruckenden Diplomen präsentierten, und gleichzeitig kein vernünftiges bewegendes Gespräch zustande brachten.
Und Menschen, die  mit leeren Händen durch ihr Leben gingen und aus denen Fülle und Freude strömte.

Wer bin ich…?

Diese Frage stelle ich mir heute nicht mehr.
Vielmehr trage ich einen treibenden Gedanken in mir:

Was möchte ich heute in die Welt tragen?

Begegnung.
Mut.
Menschlichkeit.

Diese drei Punkte hängen in meinen Augen eng zusammen.
Wenn ich den Mut finde, mich und meine Menschlichkeit zum ungefilterten Ausdruck zu bringen, findet unweigerlich Begegnung statt.

Ich habe diese Webseite „im Aufbruch“ genannt, da ich daran glaube, dass Menschen in dem oben beschriebenen Augenblick in ihre Bewegung kommen. Dann, wenn diese drei Bereiche ineinander finden. Oder ineinander finden wollen.

Ich glaube, dass es zur intimen Sehnsucht des Menschen gehört, sich in irgendeiner Form auszudrücken, sich aus seiner Hülse zu drücken und sich dann mit der Welt zu teilen, sich mitzuteilen.

Ich glaube, dass dieser bewegte Mensch eine Gnade ist für die Welt.
Das klingt jetzt sehr gross. Ich weiss.
Das darf es ruhig auch.

Begegnung.
Mut.
Menschlichkeit.

Wenn Menschen, die meine Wege kreuzen, irgendwann sagen „diese Frau hat mich bewegt“, dann will ich gerne die sein, die ich bin.

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miRjana petRicevic