Der Raum
hinter dem Raum.
In meinen Fleischlebenkursen leite ich eine Atemübung an, die uns bewusst werden lässt, wie wir mit unserem Lebensatem umgehen.
Sparen wir ihn ein, damit er mit Sicherheit bis ans Ende reicht?
Geben wir auf, wenn das Ende unerreichbar scheint?
Oder lassen wir uns auf den Weg ein und vertrauen darauf, dass sich hinter unserem ersten Atemraum ein zweiter, ungeahnter öffnet, dann ein dritter und noch ein vierter?
Ich nenne das den Raum
hinter dem Raum.

Vielleicht ist das die Quintessenz meiner Arbeit:
Menschen daran zu erinnern, dass hinter dem Raum ihrer Gewohnheiten, Überzeugungen und Selbstbilder ein unerwarteter Raum liegt, der darauf wartet, entdeckt und erforscht zu werden.
Nicht, damit wir grösser, besser oder stärker werden, weil wir unsere Grenzen überwinden.
Dieser andere Raum öffnet sich vielleicht gerade dann, wenn wir aufhören, uns in unserem gegenwärtigen Raum zu messen oder ihn kontrollieren zu wollen.
Unsere Vorstellung davon,
was möglich ist,
ist meist kleiner als das Leben selbst.
Alltag, alte Erfahrungen und Identifikation können Wände in uns errichten, die unbeweglich erscheinen. Irgendwann halten wir sie für die wahren Grenzen unserer Möglichkeiten:
So bin ich.
Bis hierhin kann ich gehen.
Weiter nicht.
Der Atem erzählt uns etwas anderes.
Er braucht Bewegung.
Er kommt und geht.
Ihn festhalten zu wollen bedeutet, ihn zu verlieren.
Auch das Leben bewegt sich in Wellen.
Wir empfangen und lassen los.
Wenn wir uns festklammern, erstarren wir.
Und unser Leben mit uns.

Und wenn wir weiter blicken, öffnet sich eine zusätzliche Dimension.
Das hebräische Wort rûaḥ (רוּחַ) bedeutet Hauch, Atem, Geist, bewegende Kraft des Windes. In ihm begegnet uns etwas, das nicht greifbar ist und doch lebendig macht.
Vielleicht lässt sich der Mensch als ein kleiner Atem im grossen Atem des Lebens denken. Wir empfangen den Atem, geben ihn zurück und empfangen ihn neu.
Vielleicht ist der Raum hinter dem Raum hinter dem Raum… Gott.
Vielleicht auch nicht.

Mensch und Wandlung
ist der Untertitel meiner Webseite.
Dabei geht es mir nicht um Veränderung als Ziel, sondern um Neugierde, Wahrnehmung und Forschung. Nicht darum, die Wände unseres bisherigen Lebens einzureissen, sondern den Raum, in dem wir uns befinden, aufmerksam zu erforschen.
Denn vielleicht stossen wir dabei auf Türen,
von denen wir nicht einmal wussten,
dass sie existieren.











über mich
Wer bin ich…?
